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Too Late
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Too Late ist ein 2015 erschienenes Independent-Drama von Dennis Hauck, der Regie fĂŒhrte und das Drehbuch schrieb. Der Film besteht aus fĂŒnf je etwa 20-minĂŒtigen Szenen, die jeweils in einer einzigen Einstellung auf 35-mm-Film gedreht wurden.

Contents

‱ Handlung
‱ Produktion
‱ Rezeption
‱ Weblinks

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Handlung

Die Stripperin Dorothy ruft von einem Park in Los Angeles aus den Privatdetektiv Mel Sampson an. Sie verwendet dafĂŒr das Telefon zweier Drogendealer, die sie dort zufĂ€llig trifft, und von denen sie außerdem eine Ecstasy-Tablette annimmt. WĂ€hrend sie auf Sampson wartet, begegnet sie dem angeblichen Parkranger Skippy, der zuerst mit ihr flirtet und sie dann erwĂŒrgt. Die beiden Drogendealer finden ihre Leiche und flĂŒchten, weil sie annehmen, dass ihr Ecstasy sie umgebracht hat.

Drei Tage spĂ€ter wird Sampson von Dorothys Großmutter, die seine Nummer in Dorothys Adressbuch fand, beauftragt, das plötzliche Verschwinden ihrer Enkelin aufzuklĂ€ren. Dorothys Mutter Mary hingegen glaubt nicht, dass ihrer Tochter etwas zugestoßen ist. Sie versucht, Sampson zu verfĂŒhren. Der gesteht ihr, dass er derjenige ist, der sie vor 21 Jahren bei einem One-Night-Stand geschwĂ€ngert hat – also Dorothys Vater. Zudem berichtet er, dass Dorothy ihn um Hilfe gebeten hat und er schließlich ihre Leiche gefunden, aber ihre Identifizierung verhindert hat. So habe er ungestört von der Polizei die Mörder ausfindig machen können, die er nun töten will. Mary wirft ihn aus dem Hotel, in dem sie sich getroffen haben. Beim Hinausgehen lauern ihm die beiden Drogendealer auf, die befĂŒrchten, dass er sie belasten könnte. Sie schießen ihm in die Brust und laufen abermals davon, doch Sampson ĂŒberlebt.

Sampson hat herausgefunden, dass Dorothy versuchte, ihren Boss Gordy zu erpressen, nachdem sie Fotos fand, die ihn beim Fremdgehen zeigen. Dieser beauftragte Skippy mit dem Mord. Als Sampson Gordy in dessen Villa aufsucht, um ihn seinerseits zu erwĂŒrgen, kommt es zu einer Eifersuchtsszene und Gordys Frau erschießt Gordy, den zufĂ€llig anwesenden Vater Skippys und schließlich sich selbst.

Sampson hatte Dorothy, die er bis dahin immer wieder observiert hatte, vor drei Jahren im Stripclub getroffen, und sich mit ihr angefreundet. Er habe sich, wie er spĂ€ter sagt, als ihr Vater offenbaren wollen, aber nicht die richtigen Worte gefunden. Er traf sich nie wieder mit ihr, begann aber eine einjĂ€hrige Beziehung mit ihrer Kollegin Jilly Bean. Er trifft Jill in dem Autokino wieder, in dem er plant, Skippy festzunehmen, um ihn der Polizei zu ĂŒbergeben. Im GesprĂ€ch mit Jill erfĂ€hrt er, dass diese ebenfalls vorhatte, Gordy zu erpressen, dann aber die belastenden Fotos verlor. Kurz bevor die beiden gemeinsam Skippy festnehmen wollen, kĂŒssen sie sich. Sampson ist bei der Festnahme unkonzentriert und wird so von Skippy ĂŒberwĂ€ltigt und erschossen.

Produktion

Die fĂŒnf Akte des Films wurden im Verlauf zweier Jahre von fĂŒnf unterschiedlichen Crews in jeweils einer Plansequenz gedreht. Im letzten Akt gibt es einen Schnitt, um eine Fahrstuhlfahrt zu ĂŒberspringen. Es wurden keine versteckten Schnitte angewendet.cite-ref-latimesolsen-1-0[1] Allerdings zeigt der Film einmal mittels Split Screen eine zusĂ€tzliche Kameraperspektive, und unmittelbar vor dem Ende wird die Einstellung fĂŒr die Einblendung einiger Fotos unterbrochen. Ansonsten geschieht der Wechsel zwischen verschiedenen Orten und Blickwinkeln ĂŒber ausgiebige Kameraschwenks, Zooms und Steadicam-Fahrten.

Die Szenen des Films werden, ohne dass dies sofort ersichtlich ist, nicht in chronologischer Reihenfolge abgespielt. So erfÀhrt der Zuschauer etwa erst zum Schluss, dass Sampson Dorothys Vater ist.

Das Lied Down With Mary, das Sampson fĂŒr Dorothy und die Musikerin Sally Jaye in der Bar spielt, hat der Darsteller John Hawkes selbst geschrieben. Der Regie-DebĂŒtant Dennis Hauck hatte die Rolle fĂŒr ihn geschrieben und das Drehbuch so lange ĂŒberarbeitet, bis Hawkes schließlich seine Beteiligung an dem Film zusagte.cite-ref-coolvinyard-2-0[2]

Der Film hatte seine Premiere am 11. Juni 2015 auf dem Los Angeles Film Festival. Ab dem 18. MĂ€rz 2016 wurde er in einigen amerikanischen Kinos mit 35-Millimeter-Projektoren gezeigt. Dem Branchendienst Box Office Mojo zufolge war der Film dabei nicht in mehr als sieben Kinos gleichzeitig im Programm und spielte insgesamt etwa 60.000 Dollar ein.cite-ref-mojo-3-0[3] Bei einzelnen Vorstellungen sollte im Anschluss Haucks Kurzfilm Sunday Punch von 2010 gezeigt werden, in dem Dichen Lachman („Jilly Bean“) die Hauptrolle spielt.cite-ref-punch-4-0[4]

Rezeption

Die Kritiker des Films verorteten diesen im Genre des Film noir und stellten vielfach starke Anleihen zu Regisseuren wie Quentin Tarantino und Robert Altman fest, sind sich jedoch darĂŒber uneins, ob Hauck seinen Vorbildern gerecht wird. Die Los Angeles Times sieht in dem Film ein „eigenwilliges Meisterwerk, das den Stil von Filmemachern wie Quentin Tarantino, Robert Altman und sogar ‚Welcome to L.A.‘s Alan Rudolph wiederholt, wĂ€hrend es auf amĂŒsante Weise klassische Detektivfilmmotive ehrt.“cite-ref-latimesgoldstein-5-0[5] Raffi Asdourian befindet, dass „wĂ€hrend definitiv die Fetischisierung von Dialogen, Charakteren und selbst ErzĂ€hlweisen im Tarantino-Stil vorliegt, macht Too Late einen bewundernswerten Job darin, Tribut an diese Methode zu zollen und dabei auch den Geschmack von etwas Neuem einzubringen“.cite-ref-filmstageasdourian-6-0[6] Der Seattle Times zufolge sei das Skript hingegen zwar „voller Überraschungen, Wendungen und RĂŒckwĂ€rtserzĂ€hlungen der Art, von der Quentin Tarantino bewies, dass er ein Meister darin ist“ und erinnere an Hitchcocks Cocktail fĂŒr eine Leiche, Altmans The Player und den „neuen Champion dieser Kategorie“, Russian Ark, die Ergebnisse seien allerdings „ungleichmĂ€ĂŸig“.cite-ref-seattletimeshartl-7-0[7] Auch Will Ashton befindet, es sei „eine dieser Filmimitationen die immer riskieren, ihr eigenes Potential zu gefĂ€hrden, indem sie sich im Schatten ihrer VorgĂ€nger sonnen. Und er bleibt vielleicht tatsĂ€chlich ein bisschen zu nah an diesen Filmen – von Jackie Brown ĂŒber Boogie Nights zu Goodfellas – um wirklich herauszustechen, oder um mehr als ein schwer fassbarer, gelegentlich launischer Möchtegern zu werden.“ Der Film sei zwar „mit Sicherheit ein Trittbrettfahrer, aber ein verdammt guter – ein knackiger Neo-Noir-Film, der genau weiß was er sein will, selbst wenn Haucks ErzĂ€hlweise nicht annĂ€hernd so stark ist wie seine technische Zurschaustellung. Stolz, ein gottesfĂŒrchtiger Film zu sein, der die Kurve niemals schneidet, hat Too Late nicht das Durchhaltevermögen seiner EinflĂŒsse, aber macht dennoch definitiv Eindruck.“cite-ref-coveredashton-8-0[8]

Die meistdiskutierten Aspekte des Films sind die Umsetzung der Plansequenzen sowie die nicht-chronologischen Szenenabfolge, die die Kritiker in zwei Lager spalten. Gary Goldstein sieht, dass „Hauck, mit großer Hilfe von Bill Fernandez' cleveren, wohlmodulierten Techniscope-Aufnahmen, die Plansequenzen des Films eindrucksvoll mit einer guten Balance zwischen IntimitĂ€t und Breite choreografiert“.cite-ref-latimesgoldstein-5-1[5] Die Variety erkennt in jedem Segment ein „kleines Wunder komplexer Regieanweisungen und Kamerabewegungen“.cite-ref-varietyharvey-9-0[9] Auch Alex Williams sieht „atemberaubend komponierte und ausgefĂŒhrte Kameraarbeit“ als grĂ¶ĂŸte StĂ€rke des Films, der den technischen Herausforderungen „immensem Selbstvertrauen und PrĂ€zision“ begegne. „Die Eröffnungssequenz des Films ist eine unglaubliche Herausforderung, die mit einem halben Dutzend Besetzungsmitglieder jongliert und es erfordert, dass Hawkes' Charakter auf einem eine Meile entfernten Hochhaus erspĂ€ht wird“.cite-ref-cinapsewilliams-10-0[10] Nach Michael Nordine sei der extreme Zoom in jener Szene, bei dem vom Park bis auf Sampsons Wohnung gezoomt wird, „gleichzeitig Low-Fi und virtuos, die Art von Aufnahme, von der man sich vorstellen kann, dass der Filmemacher sie sich schon lange vor dem eigentlichen Schreiben des Drehbuchs ertrĂ€umt hat“.cite-ref-villagevoicenordine-11-0[11] Diese technischen Gimmicks seien aber nicht der alleinige Selling Point des Films, so Ain't It Cool News, „sie sind die Dekoration, die einen bereits besonderen Film zu etwas ausgesprochen Einzigartigem machen“.cite-ref-coolmassawyrm-12-0[12] Auf der anderen Seite bewundert Robert Abele zwar generell Bill Fernandez' „BravourstĂŒck der One-Take-Choreographie“, sieht darin aber auch gerade das zentrale Problem eines technischen Experiments wie Too Late: „Selbst Meta-Bravour braucht dann und wann mal eine Pause. [
] Aber wenn sich die Dinge beruhigen und die Darbietungen akzentuiert werden, findet Hauck eine ansprechende Balance zwischen dem funkensprĂŒhenden Aufeinandertreffen Fremder und den Schicksalsfallen, die im Noir-Genre so alltĂ€glich sind, und warum eine ununterbrochene Aufnahme solch eine spannende Art sein kann, das zu vermitteln.“cite-ref-wrapabele-13-0[13] Auch Glenn Kenny findet zwar lobende Worte fĂŒr Bill Fernandez, der „einen tollen Job macht, eine sehr das Siebziger-Jahre-Exploitation-Kino heraufbeschwörende Farbpalette auf 35 mm zu bannen“, sieht dessen Ergebnis aber als „sehr bemĂŒht“ und „zu Schwenks und Zooms mit lĂ€cherlicher LĂ€nge verpflichtet“ an. Selbst „nachdem er sich ein Bein ausgerissen hat, fĂŒhlt er sich immer noch verpflichtet, hin und wieder Split Screens einzusetzen. Man denkt ‚Großer Gott, man, gönn dir eine Pause und mach einfach einen Schnitt!‘“cite-ref-ebertkenny-14-0[14] Der Hollywood Reporter kritisiert nicht die QualitĂ€t der Aufnahmen an sich, fragt aber „Bereichern die eindrucksvolle Kameraakrobatik und die Puzzlestruktur das Storytelling oder fĂŒgen sie einfach eine verkomplizierende Schicht zu einer so-la-la-ErzĂ€hlung hinzu? Wo die Geschichte ein vager und nicht ĂŒberzeugender Krimi ist, ist die Antwort ein bisschen von beidem.“cite-ref-hollywoodlinden-15-0[15]

In der ErzĂ€hlung und den Dialogen wurden auch von vielen anderen Kritikern deutliche SchwĂ€chen festgestellt. Heißt es im Hollywood Reporter noch, die Dialoge, die „SprĂŒcheklopfer und PĂŒppchen einen poetischen Spin geben“ könnten „außergewöhnlich scharfsinnig [
] oder schmerzhaft spitzbĂŒbisch sein“cite-ref-hollywoodlinden-15-1[15] und bei Will Ashton, „die Handlung ist zweifellos schlampig, aber sie weiß das“cite-ref-coveredashton-8-1[8], sind andere Rezensionen des Films hier weniger wohlwollend. Matt Shiverdecker vergleicht sie mit der Optik des Films: „Die langen Takes und Kamerafahrten können ablenkend sein, aber nicht so sehr wie die Dialoge“cite-ref-austinshiverdecker-16-0[16] Glenn Kenny zufolge sei „Dennis Haucks bewusst tarantinoesker Dialog nicht nur zu oft filmschulmĂ€ĂŸig, sondern auch zu oft selbstreferentiell literaturvergleichend“.cite-ref-ebertkenny-14-1[14] Die Variety nimmt an, dass die Dialoge funktionieren wĂŒrden, „wenn ‚Too Late‘ ein komplettes Neo-Noir-Abstraktum ohne jegliche Ambitionen auf psychologische und erzĂ€hlerische GlaubwĂŒrdigkeit wĂ€re“, was aber nicht der Fall sei: „Oft strebt Hauck offenbar einfach das an, das am aufmerksamkeitsheischendsten ungereimt ist, sei es ein aufsehenerregendes Klischee oder abrupte Herz-auf-der-Zunge-Ehrlichkeit“.cite-ref-varietyharvey-9-1[9] Katie Rife macht Haucks Tarantino-Anleihen fĂŒr SchwĂ€chen im Skript verantwortlich: „Wie viele Tarantino-Möchtegerns, versucht er es zu sehr. Im Ergebnis kann, obwohl die Besetzung mutig scheint, nur Hawkes den affektierten, mit Popkultur-Referenzen beladenen Dialog wirklich ĂŒberzeugend durchziehen“.cite-ref-avclubrife-17-0[17] Auch das Slant Magazine sieht hier Chancen verspielt: „Aber Hauck greift in seiner sklavischen Hingabe an Tarantino auf das VerwĂŒrfeln der Chronologie der Geschichte zurĂŒck und verwandelt sie damit in das Mysterium der genauen Verbindung Sampsons und Dorothys. Selbst die große EnthĂŒllung des Films, die unseren Eindruck von Sampson als Fels in der Brandung verkomplizieren soll, reicht nicht aus, den Verdacht auszutreiben, dass alle erzĂ€hlerischen Verwirrspielchen Haucks wenig mehr sind als eine oberflĂ€chliche List, ein klischeehaftes ErlösungsmĂ€rchen aufzupeppen“.cite-ref-slantfujishima-18-0[18] Aber auch zum Skript finden sich explizite Gegenstimmen zu den genannten Kritikern. „So sind auch die Dialoge makellos geschrieben, ĂŒberhaupt ist das ganze Drehbuch von einer beeindruckend schlichten Eleganz, einfach gehalten, aber unglaublich effektiv und fantastisch umgesetzt“ schreibt etwa Maik Hahn.cite-ref-mattscheibehahn-19-0[19] Ain't It Cool News sieht im Drehbuch die StĂ€rken von Billy Wilder, den Coen-BrĂŒdern und Preston Sturges gebĂŒndelt, „aber es fĂŒhlt sich neu an und pulsiert mit Energie und Esprit. Hauck steht nicht einfach auf den Schultern von Riesen – er markiert seinen eigenen Boden“.cite-ref-coolnordling-20-0[20] Ein weiteres Review derselben Publikation sieht in dem Film eine „komplexe Charakterstudie“ und in dem cleveren Schreiben eine der besonderen StĂ€rken, neben der schauspielerischen Leistung von John Hawkes.cite-ref-coolmassawyrm-12-1[12]

In den Kritiken finden sich generell durchweg lobende Worte fĂŒr Hawkes (Shiverdecker: „Hawkes erhebt das gelegentlich schwache, aber ambitionierte Skript mit einer bravourösen Leistung“cite-ref-austinshiverdecker-16-1[16], Kenny: „Der wie immer fantastische Hawkes leistet tolle Arbeit, einen Charakter zu erschaffen, der zu vier FĂŒnfteln Philip Marlowe und zu einem FĂŒnftel Jeff Lebowski ist“cite-ref-ebertkenny-14-2[14], Hahn: „Sehr viel von dieser grazilen WĂŒrde, welche der ganze Film ausstrahlt, fĂ€llt auf John Hawkes zurĂŒck, der seinen Mel Sampson mit so viel zĂ€rtlicher Melancholie versieht, dass es eine wahre Freude ist, ihn in jeder seiner Szenen zu beobachten“cite-ref-mattscheibehahn-19-1[19], Williams: „John Hawkes ist ein stĂ€ndig unterschĂ€tzter Schauspieler, aber sein inbrĂŒnstiger, zorniger Ansatz hier ist nichts weniger als bemerkenswert. Hawkes hĂ€lt den Film anmutig zusammen“cite-ref-cinapsewilliams-10-1[10]), seltener fĂŒr die der weiteren Darsteller (New York Times: „Robert Foster, als Clubbesitzer, spielt die Rolle extra-mĂŒrrisch. Seine einzige Szene [
] ist intensiv und hat das perfekte Tempo“cite-ref-nytimesjaworowski-21-0[21], Williams: „Als Nebendarstellerin bringt Crystal Reed eine schmerzhafte SĂŒĂŸe in Dorothy ein, die sie ĂŒber den typischen Archetyp von der Stripperin mit einem Herz aus Gold erhebt, und Dichen Lachman ist entzĂŒckend als eine von Dorothys Kolleginnen“cite-ref-cinapsewilliams-10-2[10]). Mehrfach wird sogar betont, dass die Momente, in denen Hawkes nicht zu sehen ist, gegenĂŒber den anderen deutlich abfallen. So schreibt Raffi Asdourian: „Erst wenn wir unseren zentralen Protagonisten wirklich treffen, [
] schaltet der Film auf einen ausgeglicheneren Rhythmus mit etwas GrĂ¶ĂŸe um. Diese sagenhafte Vorstellung von Indie-Liebling Hawkes ist der Leim, der die getrennten Szenen zusammenhĂ€lt. Seine FreimĂŒtigkeit, sein Humor und seine von Herzen kommenden Emotionen halten einen mit den GefĂŒhlswelten der Figuren verbunden, wenn sich das Mysterium mit jedem Wechsel der Filmrolle weiter abspult. Da ist es schade, dass viele der anderen Figuren, meist die weiblichen, eintönig und oftmals ausgenutzt erscheinen.“cite-ref-filmstageasdourian-6-1[6] Ebenso die Seattle Times und Will Ashton, die aber beide auch weitere Schauspieler hervorheben: „Fast jede Szene mit Hawkes ist lebendig und befriedigend theatralisch. Man spĂŒrt seine Abwesenheit wenn er nicht da ist, obwohl Joanna Cassidy, Crystal Reed and Robert Forster alle ihre Momente haben“cite-ref-seattletimeshartl-7-1[7] und „Was dem Film an OriginalitĂ€t fehlt, macht er fast immer mit feingeschliffenem Flair wieder wett. Aber Too Late lĂ€sst uns bisweilen etwas kalt zurĂŒck – und zum GlĂŒck springen hier die Schauspielleistungen ein. Hawkes zuzusehen ist ein VergnĂŒgen, er passt zu seiner Figur wie ein gut eingetragener Handschuh und [
] ist das geschundene Herz und die Seele des Films. Wann immer er nicht zu sehen ist, ist seine Abwesenheit zu spĂŒren, aber Reed, Joanna Cassidy, Vail Bloom, Natalie Zea und Brett Jacobsen bringen alle eigenstĂ€ndig eindrĂŒckliche Leistungen ein“.cite-ref-coveredashton-8-2[8]

Auf die meisten Kritiker machte der Film einen eher positiven Gesamteindruck, so dass sich bei Rotten Tomatoes eine Wertung von 70 % und bei Metacritic eine durchschnittliche Wertung von 54 % ergab.cite-ref-metacritic-22-0[22]cite-ref-rottentomatoes-23-0[23] Der Film sei „ein wirklich beeindruckendes DebĂŒt“ (Fred Topel)cite-ref-cravetopel-24-0[24] und „eine tief menschliche und bestechend gestylte Aufnahme purer cineastischer Euphorie“ (Williams)cite-ref-cinapsewilliams-10-3[10]. Trotz seiner SchwĂ€chen konnte Ken Jaworowski „nicht vermeiden, fast jeden Moment des Films zu lieben“cite-ref-nytimesjaworowski-21-1[21] und auch David Lewis kommt zu dem Schluss, „Die PuzzlestĂŒcke von Haucks Denksportaufgabe passen nicht immer perfekt zusammen, aber es lĂ€sst sich nicht leugnen, dass sie geradezu ansteckenden Spaß macht“.cite-ref-sfgatelewis-25-0[25] Matt Shiverdecker empfiehlt den Film schon weil er „ein RĂŒckgriff auf die Indie-Filme der 1990er [ist], den wir nicht mehr hĂ€ufig sehen“ und vergibt Bonuspunkte fĂŒr einen stimmungsvollen Soundtrack.cite-ref-austinshiverdecker-16-2[16] Unter den verhalteneren Stimmen finden sich Kommentare wie „Unbestreitbar wagemutig, aber so abgebrĂŒht, dass er verkocht ist“ (The Hollywood Reporter)cite-ref-hollywoodlinden-15-2[15] und „‚Too Late‘ funktioniert besser als StilĂŒbung als als fesselndes Drama, auch wenn eine inbrĂŒnstige Darbietung von John Hawkes es recht weit bringt“ (Sean P. Means)cite-ref-sltribmeans-26-0[26]. Leah Pickett analysiert: „Dieser bemerkenswerte DebĂŒt-Film, eine durchgestylte Mischung von klassischem Film noir und New-Hollywood-Pulp, mag Mainstream-Zuschauer mit seinem affektierten Drama und dem Offbeat-Tempo verschrecken, aber Cineasten werden entzĂŒckt sein“.cite-ref-chicagoreaderpickett-27-0[27] Das Fazit von Will Ashton lautet: „Too Late lĂ€uft Gefahr, ein kleines bisschen zu selbstgefĂ€llig und selbstbewusst zu sein, und das beißt ihm oft in den Arsch. Sein Format ist maßlos, aber das dient einem Zweck. Obwohl er nicht ganz das Meisterwerk ist, das er sein will, hinterlĂ€sst er erfolgreich einen beachtlichen Eindruck“.cite-ref-coveredashton-8-3[8]

Auszeichnungen

Der Film gewann den Breakthrough Achievement Award des Twin Cities Film Fests und war im selben Jahr auch fĂŒr Preise des Los Angeles Film Festivals und des Oldenburg Film Festivals nominiert, das Lied Down With Mary außerdem im Jahr 2016 fĂŒr die Hollywood Music In Media Awards.cite-ref-imdbawards-28-0[28]

Weblinks

‱ Website des Films (englisch)
‱ Too Late bei IMDbVorlage:IMDb/Wartung/Unnötige Verwendung von Parameter 2

Einzelnachweise

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